Warum der Rückstau nicht von allein kleiner wird
Ein solcher Bestand hat keinen natürlichen Anlass, angefasst zu werden. Es gibt keinen Stichtag, keine Frist und keinen Kollegen, der danach fragt — nur das dumpfe Wissen, dass irgendwo eine Police liegt. Gleichzeitig wächst der Ordner weiter, weil jedes Jahr neue Exporte und Archivkopien dazukommen. Ohne einen abgegrenzten Ablauf mit klarem Anfang und Ende landet die Aufgabe jedes Quartal auf derselben Liste und wird jedes Quartal verschoben. Der erste Schritt ist deshalb nicht technisch, sondern eine Entscheidung über den Umfang: ein Ordner, ein Nachmittag.
Erster Schritt: aussortieren statt umbenennen
Bevor eine einzige Datei einen neuen Namen bekommt, wird reduziert. Sortieren Sie den Ordner nach Dateigröße und nach Datum: Dubletten aus Backup-Läufen, Newsletter-PDFs, Prospekte und Anleitungen erkennen Sie meist an der Größe oder daran, dass zwanzig Dateien dieselbe Byte-Zahl haben. Was vom Rechtlichen her nicht aufbewahrt werden muss und praktisch nie gebraucht wird, kann weg. Jede Datei, die Sie hier löschen, müssen Sie nicht analysieren, nicht prüfen und nicht in Ihrem Dokumentkontingent verbrauchen.
Zweiter Schritt: das Namensmuster vorher festlegen
Legen Sie das Muster fest, bevor der erste Durchlauf startet, denn ein Wechsel mittendrin erzeugt genau die Uneinheitlichkeit, die Sie beseitigen wollen. Bewährt hat sich das Belegdatum in ISO-Form am Anfang, danach der Absender, danach der Dokumenttyp, optional eine Belegnummer: 2022-01-14_Telekom_Rechnung_RE-8834. Entscheiden Sie außerdem bewusst, ob das Ausstellungsdatum oder der Leistungszeitraum vorne steht — bei Jahresabrechnungen macht das einen hörbaren Unterschied, wenn Sie später chronologisch sortieren. In Filery stellen Sie Muster und Datumsformat in der Konfiguration ein.
Dritter Schritt: Kopie anlegen und Testlauf fahren
Kopieren Sie den Ordner, bevor Sie irgendetwas anfassen. Das ist bei jedem Stapelvorgang die vernünftige Vorsichtsmaßnahme, unabhängig vom Werkzeug. Lassen Sie dann bewusst nicht die saubersten dreißig Dokumente prüfen, sondern einen repräsentativen Querschnitt: einen schlechten Scan, eine mehrseitige Sammelrechnung, einen Vertrag ohne Datum im Fließtext. Filery zeigt jeden Vorschlag neben dem alten Namen, bevor umbenannt wird. Zählen Sie, wie viele Sie nacharbeiten müssten — daraus ergibt sich, ob das Muster taugt oder nachgeschärft gehört.
Vierter Schritt: stapelweise durchziehen
Danach arbeiten Sie Ordner für Ordner ab, nicht den gesamten Bestand am Stück. Das hält die Prüfstrecke überschaubar und Sie können jederzeit aufhören, ohne einen halb bearbeiteten Zustand zu hinterlassen. Rechnen Sie das Kontingent ein: Der Starter-Plan deckt 50 Dokumente pro Monat ab, Business 500. Ein Bestand von 2.800 Dateien verteilt sich damit über mehrere Monate, oder Sie nutzen den Custom-Plan für 5 € im Monat mit eigenen API-Schlüsseln und rechnen die Analyse direkt beim Modellanbieter ab.
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